Veröffentlicht am Do., 1. Aug. 2019 00:28 Uhr

Wie  anfangen?  „Vom  Heidschnuckenweg am Rand der Nordheide zum Tegeler Fließ in Reinickendorf“ – das klingt zu sehr nach Urlaub. „Von  Landschaftserkundungen in der Weltchristenheit zur pastoralen Arbeit im Basisalltag einer Kirchengemeinde“  – das könnte missverstanden werden als Vielfliegerprogramm mit abrupter Landung.

Deshalb, eher nüchtern, meine bisherigen beruflichen Stationen: Referent für Kuba/Lateinamerika im Berliner Missionswerk, Gemeindepfarrer im benachbarten Frohnau, zuletzt fast vierzehn Jahre Direktor des Evangelischen Missionswerkes in Deutschland (EMW), mit Sitz in Hamburg. Nun wieder Gemeindepfarrer in einer mir durchaus nicht unbekannten Region. „Flügel und Wurzeln“ – es erfüllt mich mit Dank, diese fruchtbare Spannung in ihren verschiedenen Ausprägungen bis in die letzte Etappe meines aktiven Dienstes erleben zu dürfen.

Mit meiner Frau, der Studienrätin Andrea Buß, werden wir nun ab August in der schönen Pfarrwohnung wohnen. Sie wird - Stand Mai 2019 – mit dem nächsten Schuljahr als Lehrerin an der Gabriele-von-Bülow-Schule arbeiten. Bei der Planung von Raumaufteilung und Einrichtung mussten  wir nun seit fast drei Jahrzehnten erstmals damit umgehen, dass keines unserer drei Kinder – Nicolas (26), Sebastian (24) und Leonie (19) – die Hausgemeinschaft dauerhaft beleben wird. Besuche sind jedoch in Aussicht gestellt.

Worauf ich mich freue? In einer eher kleinen Gemeinde mitzuarbeiten, die seit langem nicht nur für ihre schöne Kirche, sondern auch für die Einbindung in den Kiez und vor allem für ein dynamisches Gemeindeleben mit hohem Engagement von Haupt- und Ehrenamtlichen bekannt ist. Neuland entdecken – denn künftig wird es verstärkt darauf ankommen, dass Gemeinden über ihre Grenzen hinaus verbindlich kooperieren. Diese Praxis hat sich in der Region 222 seit Jahren etabliert. Nun wird durch das Hinzukommen von  Alt Wittenau die Gestaltung von 222+ zur wichtigen Aufgabe. Dazu möchte ich als Pfarrer in beiden benachbarten Gemeinden einen Beitrag leisten. Und: Auf das Feiern von Gottesdiensten, auf viel Musik in ganz verschiedenen Klangfarben, auf Gespräche über die Bibel und unser Leben, auf zufällige oder geplante Begegnungen mit  Älteren und Jungen, mit  Traurigen und Fröhlichen …

Schließlich muss ich bekennen: Königin Luise von Preußen, die Kirchgänger und Kirchgängerinnen sozusagen von oben begrüßt, gehörte in den Befassungen mit der Geschichte meiner Heimatstadt Berlin bislang nicht zu den Schwerpunkten. Aber nach ersten und überraschenden Lektürestunden habe ich fest vor, diesem Mangel rasch abzuhelfen. Womöglich  ist  ja auch der Pfarrer für Führungen durch die bald wieder herrlich leuchtende Kirche vorgesehen.

Herzlich grüßt

Christoph Anders, Pfarrer

Kategorien Aktuelles in der Region 222